Kurz gesagt: Ein Drehtag stört deinen Betrieb umso weniger, je mehr vorher geklärt ist. Benenne eine Ansprechperson, die den ganzen Tag erreichbar ist und entscheiden darf. Leg mit der Filmproduktion fest, welcher Bereich wann gebraucht wird, und plane Lieferungen, laute Arbeiten und Kundentermine darum herum. Sag der ganzen Belegschaft vorher, was gedreht wird, und hol die Einwilligungen ein. So kann die Arbeit am Drehtag fast normal weiterlaufen.
Wir bei DREHGUT, einer Filmproduktion aus Lübeck, drehen Filme für Unternehmen. Dieser Beitrag ist für dich geschrieben, wenn bei dir im Betrieb gedreht wird und du dafür sorgen musst, dass Aufträge, Kundschaft und Telefon weiterlaufen. Zuerst geht es kurz darum, wie ein Drehtag abläuft und was ein Drehplan ist. Danach folgen die vier Entscheidungen, die bei dir liegen.
Was ein Drehtag ist und wie ein Videodreh im Unternehmen abläuft
An einem Drehtag kommt das Filmteam zu dir, und dein Betrieb wird für diesen Tag zum Drehort. Der Videodreh selbst läuft in fünf Schritten ab: Aufbau, Licht setzen, Ton-Check, Dreh und Abbau. Der Ton-Check ist die Tonprobe vor der ersten Aufnahme. Für deinen Betrieb heißt diese Reihenfolge: Ein Raum ist schon beim Aufbau belegt und bleibt es bis nach dem Abbau.
Was vor und nach dem Dreh passiert, vom Konzept bis zur Freigabe, liest du im Beitrag zum Ablauf einer Firmenvideo-Produktion.
Was ein Drehplan ist und wer ihn erstellt
Ein Drehplan legt den Ablauf der Dreharbeiten fest: was wann an welchem Ort gedreht wird und wer dabei sein muss. Den Drehplan erstellt die Filmproduktion, du musst ihn also nicht selbst schreiben.
Bei uns entsteht der Drehplan nach dem Drehplanungsgespräch. Das gilt für den Imagefilm genauso wie für den Recruitingfilm, den Film für die Personalsuche. Im Drehplanungsgespräch legen wir den Drehzeitraum fest, wählen die Drehorte aus und klären die Zuständigkeiten.
Dein Beitrag zum Drehplan sind verlässliche Angaben: wann welcher Raum frei ist, wann die Beteiligten Zeit haben und was an diesem Tag im Betrieb ohnehin ansteht.
Sollen aus dem Drehtag neben dem Hauptfilm auch kurze Clips entstehen, sag das ebenfalls vor dem Dreh. Es ändert Kamerapositionen und Interviewfragen, wie unser Beitrag über mehrere Formate aus einem Drehtag zeigt.
Drehtag vorbereiten: Was dein Betrieb vorher entscheidet
Willst du einen Videodreh in deinem Betrieb planen, triffst du vor dem Dreh vier Entscheidungen.
Eine Ansprechperson für das Filmteam benennen
Nimm als Ansprechperson jemanden, der am Drehtag durchgehend erreichbar ist, Türen öffnen kann und entscheiden darf. Das muss nicht die Geschäftsführung sein. Es kann ebenso die Werkstattleitung, die Büroleitung oder die Person im Marketing sein, die den Film betreut.
Fehlt eine benannte Ansprechperson, kostet das am Drehtag Zeit. Dann sucht das Filmteam zum Beispiel erst jemanden, der den Schlüssel hat oder sagen kann, ob eine Maschine kurz stillstehen darf. Gib der Ansprechperson deshalb vorher mit, was sie allein entscheiden darf, und halt ihren Kalender an diesem Tag frei.
Bereiche und Zeiten mit der Filmproduktion festlegen
Kundentermine und Lieferungen legst du für den Drehtag in die Zeiten, in denen der jeweilige Raum nicht für den Dreh gebraucht wird. Laute Arbeiten legst du in die Zeiten, in denen nicht in der Nähe gedreht wird. Frag dafür die Filmproduktion, welcher Raum wann belegt ist, Aufbau und Abbau eingerechnet.
Achte dabei besonders auf den Ton. Nach unserer Erfahrung entscheiden ruhige Drehorte, abgeschaltete Klimaanlagen und lautlose Handys mehr über die Tonqualität als teure Mikrofone, und schlechter Ton lässt sich in der Nachbearbeitung kaum retten. Für deine Planung heißt das:
- Kompressor, Säge oder Stapler laufen nur, wenn in einem anderen Gebäudeteil gedreht wird oder das Filmteam Pause macht.
- Lieferungen kommen vor dem Aufbau oder an ein Tor, das nicht am Drehort liegt.
- Kundentermine finden in einem Raum statt, der an diesem Tag nicht im Drehplan steht, oder an einem anderen Tag.
- Das Telefon bleibt besetzt, am besten in einem Raum, der nicht direkt neben dem Drehort liegt.
Zeig der Filmproduktion die Räume vorab, bei einem Rundgang oder mit Fotos. Drehorte, die vorher niemand gesehen hat, führen am Drehtag zu Verzögerungen.
Der ganzen Belegschaft sagen, was gedreht wird
Sag allen im Betrieb vor dem Drehtag, was wann und wo gedreht wird und wofür der Film genutzt wird. Das gilt auch für alle, die nicht im Bild sind. Wer den Zweck kennt, ist entspannter.
Dazu gehören zwei Bitten für den Drehtag: Handys in den Drehbereichen lautlos stellen und nicht als Publikum danebenstehen. Ohne neugierige Kolleginnen und Kollegen im Rücken vergessen die Personen vor der Kamera leichter, dass gedreht wird. Schreib dafür eine kurze Nachricht oder sag es in der Teambesprechung.
Personen vor der Kamera, Einwilligung und ein Nein
Will jemand aus dem Team nicht gefilmt werden, gilt dieses Nein, und die Person sollte es ohne Nachteil sagen können. Überrede niemanden. Gib das Nein früh an die Filmproduktion weiter. Dann kann der Drehplan den Arbeitsplatz aussparen.
Für Mitarbeitende, die im Film erkennbar sind, brauchst du zur Veröffentlichung in aller Regel ihre Einwilligung. Nach § 22 des Kunsturhebergesetzes dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Hol die Einwilligung vor dem Drehtag ein und nicht erst zwischen Kamera und Licht. Was in die Einwilligung hineingehört, erklären wir im Beitrag zur Einverständniserklärung für Videoaufnahmen. Dieser Absatz ersetzt keine Rechtsberatung.
Sag den Personen vor der Kamera außerdem, wann sie an der Reihe sind, damit niemand unnötig wartet. Kündige ihnen die Themen an, aber schick keine fertigen Fragen, sonst antworten sie auswendig. Mehr dazu im Beitrag über Mitarbeitende vor der Kamera.
Beispiel: Drehtag in einer Tischlerei mit Werkstatt und Büro
Angenommen, eine Tischlerei mit Werkstatt und Büro bekommt einen Imagefilm, und am Drehtag müssen zwei Aufträge weiterlaufen. Schließen muss die Tischlerei dafür nicht. Sie teilt den Tag in zwei Blöcke, und Ansprechperson für das Filmteam ist der Meister.
Am Vormittag gehört die Werkstatt dem Film. Zwei Gesellen stehen im Bild und arbeiten dabei an einem der beiden Aufträge. Die Auszubildende möchte nicht ins Bild und arbeitet an diesem Vormittag im Lager. Im Büro läuft in dieser Zeit alles wie immer, das Telefon eingeschlossen. Die Plattenlieferung, die sonst vormittags kommt, hat die Inhaberin auf den frühen Morgen vorgezogen, vor den Aufbau.
Mittags zieht das Filmteam ins Büro um, für das Interview mit der Inhaberin. Die Werkstatt ist wieder frei, bleibt aber leise: Es wird montiert und geölt, die laute Kantenmaschine läuft erst nach dem Interview. Das Telefon ist für diese Zeit auf das Handy eines Gesellen umgeleitet. Der Kunde, der seine Küche besprechen will, kommt am nächsten Tag.
Bescheid wissen mussten dafür der Meister als Ansprechperson, die beiden Gesellen, die Auszubildende, der Lieferant und der Kunde.
Checkliste für den Videodreh im Betrieb
Die Checkliste nennt, was bis zum Drehtag geklärt sein muss und für wen es gilt. Technik und Kameraeinstellungen sind Sache der Filmproduktion. Die Zeitpunkte in der rechten Spalte sind unsere Empfehlung.
| Wer | Was geklärt ist | Bis wann |
|---|---|---|
| Geschäftsführung | Es steht fest, in welchen Wochen die Auftragslage einen Dreh zulässt. Die Ansprechperson ist benannt und weiß, was sie entscheiden darf. | Vor dem Drehplanungsgespräch |
| Ansprechperson | Räume und Zeiten sind mit der Filmproduktion abgestimmt. Lieferungen, laute Arbeiten und Kundentermine sind verlegt. Schlüssel und Zugänge liegen bereit. | Sobald der Drehplan steht |
| Werkstatt- oder Büroleitung | Die Belegschaft ist informiert, auch wer nicht im Bild ist. | In der Woche vor dem Dreh |
| Personen vor der Kamera | Die Einwilligung ist unterschrieben. Jede Person kennt ihre Drehzeit und die Themen. | Vor dem Drehtag |
| Alle | Die Drehbereiche sehen aus wie im Alltag. Handys sind lautlos. | Am Vortag und am Drehtag |
Wann du den Drehtag besser verschiebst
Verschieb den Drehtag, wenn in deinem Betrieb gerade kein Bereich und keine Person für ein paar Stunden frei wird. Dann ist aus unserer Sicht der Termin falsch gewählt, und ein Dreh, den du nebenher erzwingst, hilft weder dem Film noch deinen Aufträgen.
Solche Phasen sind zum Beispiel die Tage vor einer großen Abnahme, die Inventur oder die Hochsaison. Sprich das früh mit der Filmproduktion an, am besten schon, wenn der Drehzeitraum festgelegt wird.
Häufige Fragen
Nein. Den ganzen Tag dabei sein sollte nur die Ansprechperson. Alle anderen kommen zu den Zeiten dazu, zu denen sie im Bild sind, und arbeiten sonst normal weiter. Auch die Geschäftsführung muss nicht danebenstehen, solange die Ansprechperson entscheiden darf.
Beim Videodreh passt Kleidung ohne kleine Muster und ohne leuchtende Farben. Firmenkleidung ist eine gute Wahl, wenn ihr welche habt und sie sich für den Dreh eignet. Sag das den Personen vor der Kamera schon vorher, das spart Zeit am Drehtag.
Räum vor dem Drehtag nur auf, was im Alltag auch aufgeräumt wäre. Ein Betrieb, der für den Film umgebaut wird, sieht im Film nicht mehr nach sich selbst aus.
Fazit: Dein nächster Schritt vor dem Drehtag
Steht bei dir ein Dreh an, geh als Erstes mit der Ansprechperson einmal durch den Betrieb. Notiert, welche Räume infrage kommen und was dort an einem normalen Tag läuft. Mit diesen Notizen kommst du vorbereitet ins Drehplanungsgespräch.
Wie ein Imagefilm bei uns Schritt für Schritt entsteht, liest du auf unserer Seite zum Imagefilm. Planst du noch und willst wissen, wie ein Dreh in deinem Haus aussehen könnte? Dann schreib uns oder ruf an unter 0451 93098950. Das Erstgespräch ist unverbindlich.